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Kleine Raupe, große Gefahr

Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch

Bild 1Eine kleine Raupe gefährdet in Niedersachsen die Eichenbestände. Von Osten kommend breitet sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter aus. Er frisst sich an Eichenblättern satt und gefährdet vor allem Kinder durch seine giftigen Brennhaare. Gemeinden, Förster und Forscher gehen dagegen vor und geben alles, um die Eichen und die Bevölkerung vor dem Eichenprozessionsspinner zu schützen.

Bild 2Mitte Mai in einer kleinen Gemeinde bei Wolfsburg. Schädlingsbekämpfer sind im Einsatz. Sie sollen die fast 250 Eichen der Gemeinde Rühen vorsorglich gegen den Eichenprozessionsspinner besprühen. Letztes Jahr hatten hier viele Einwohner Hautausschläge oder sogar Atemprobleme durch die Brennhaare der kleinen Raupe. Im Tennisverein liefen die kleinen Tiere über das Spielfeld, beim Kinderarzt war das Wartezimmer überfüllt. Eltern wissen kaum noch, wo ihre Kinder draußen spielen können – die Raupe ist überall. Rühens Bürgermeister Karl Urban hat seinen Einwohnern versprochen, gegen den gefährlichen Schädling vorzugehen. Doch er weiß selbst, wie schwierig es ist, die Bestände einzudämmen.

Bild 3Auch im benachbarten Wald dreht sich alles um den Eichenprozessionsspinner. Hier ist das Revier von Förster Klaus-Peter Deeken. Seit Jahren fressen ihm die Raupen seine Eichen kaputt. Im vergangenen Jahr gab es das erste Mal an vielen Bäumen Kahlfraß. Kein grünes Eichenblatt hing mehr an den Ästen. Und auch in diesem Jahr sieht es wieder schlimm aus. Seit den ersten warmen Sommertagen entdeckt der Förster an den meisten Eichen Tiere und Nester. Bis zu fünf Zentimeter wird die Raupe groß. Ab dem dritten Larvenstadium besitzt sie mehrere tausend gefährliche Brennhaare. Einige Eichen haben keine Chance zu überleben, sind kahl gefressen. Sie müssen gefällt werden.

Bild 4Gemeinsam mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt möchte der Förster herausfinden, wie sie die Raupe bekämpfen und die Eichen retten können. Die Forscher zählen im Frühjahr die Eigelege in den Baumwipfeln und führen im Sommer eine Fraßkartierung durch. Die Ergebnisse werten sie im Labor aus. Wie schlimm steht es um den Wald von Klaus-Peter Deeken? Und was kann man dagegen tun?

Bild 5Einige Kilometer entfernt vom Revier von Klaus-Peter Deeken wird der Eichenprozessionsspinner aus der Luft bekämpft. Mit einem Hubschrauber wird ein biologisches Mittel versprüht. So sollen vor allem die Touristen am Elberadweg vor den brennenden Haaren der Raupe geschützt werden. Klaus-Peter Deeken ist an diesem Tag mit dabei. Er hofft hier Ideen und Lösungen zu finden, die auch seinem Wald helfen können. Denn Spaziergänger und Hundebesitzer trauen sich kaum noch in den sonst so schönen Eichenwald bei Rühen.

Bild 6Auch ganz im Westen von Niedersachsen kennt man seit kurzem den Eichenprozessionsspinner. Anfang Juli haben sich in Nordhorn die Raupen in ihre Nester an den Baumstämmen zurückgezogen. In voller Schutzkleidung werden sie nun von Spezialisten abgesaugt. Bas Tinnevelt macht diese Arbeit seit einigen Jahren. Weiß, dass er sich nur mit Schutzanzug und Atemmaske vor den Brennhaaren schützen kann. Zwei Wochen ist er im Einsatz. Die Anzahl der betroffenen Bäume hat sich im Stadtgebiet gegenüber dem letzten Jahr verdoppelt. Eine erschreckende Entwicklung, die immer mehr Städte und Gemeinden in Niedersachsen trifft.

Wiederholung: Mittwoch, 02.08.2017 um 11:30 Uhr, NDR-Fernsehen

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